Du hast und ich hab‘.

Du hast mich
eingeschüchtert und verletzt,
mehr als einmal versetzt
und trotzdem immer beteuert,
dass ich dir wichtig bin.

Du hast mich
gestreichelt, in den Arm genommen,
mir das Gefühl gegeben, du hättest
mich irgendwie lieb gewonnen
und dich dann trotzdem
nur noch selten gemeldet.

Ich hab‘ dich
erst ganz nett gefunden
und in nur wenigen Sekunden
schlug das dann irgendwie
in Verliebtheit um.

Ich hab‘ mich
komplett abhängig von dir gemacht,
Stunden in Gedanken an dich verbracht
und dann hab‘ ich irgendwann
gemerkt, dass ich
nicht mehr kann.

Ich hab‘ mir
jedes Mal vorgenommen,
es wird nicht wieder vorkommen,
dass ich mich weichklopfen lasse
von deinen leeren Versprechen
und Entschuldigungen.

Ich hab‘ dich
trotzdem immer wieder getroffen,
denn es gab ja immer noch zu hoffen,
dass du es tatsächlich
Ernst meinst.

Ich hab‘ mich
ohne Vorwarnung und Erklärung,
Entschuldigung oder Lösung
aus dem Staub gemacht
und mich als Erste
nicht mehr gemeldet.

Ich hab‘ dann
erwartet, dass du nachfragst,
dich vielleicht sogar beklagst,
dass ich dich anschweige.

Aber du hast mir nicht geschrieben.
Und ich hab dir nicht geschrieben.

Nun wissen wir beide nicht, warum
und kennen nicht den Grund
dafür, dass wir beide
keine Chance mehr haben.

Ich fühl‘ mich so frei.

Ich wollte immer so unglaublich viel
und am meisten wollte ich dich.
Aber weil ich dich so sehr wollte,
verlor’ ich irgendwann mich.
Konnte nicht mehr richtig atmen,
denn du trübtest meine Sicht.
Schließlich verlor ich mich in ewigem Warten
und Endlosschleifengedanken an dich.

Irgendwann beschloss ich,
mich aus meiner Abhängigkeit zu befreien.
Ich konnte dich nie richtig vergessen,
aber lernte, ohne dich zu sein.
Die Suche nach dir gab ich auf,
auch wenn ich wusste, ich wär’ immer Dein,
lehnte mich zurück und zählte Sterne
und fühlte mich plötzlich nicht mehr allein.

Als ich dich losließ, war die Suche eingestellt,
dafür hatte ich mich zurückgewonnen
und eine Erkenntnis, die für immer hält:
Vor lauter Habgier war ich blind
und wollte immer nur dich,
doch je angestrengter ich wollte,
umso mehr bekam ich nichts.

Als ich dann aufhörte, zu wollen,
befreite sich meine Sicht,
auf dich, auf uns und auch auf mich.
Seitdem suche ich nicht mehr
und mein Kopf ist so leicht,
ich schau’ in den Himmel
und fühl’ mich so frei.