Bin ja nicht so.

Vielleicht verrate ich dir sogar, wo ich wohne. Vielleicht bekommst du auch meinen Ersatzschlüssel. Wahrscheinlich
werde ich nicht da sein, wenn du kommst. Aber du kannst in Ruhe meine Badewanne benutzen und versuchen, nicht
an meinem Lachen zu ertrinken. Wenn du Glück hast und ich einen guten Tag habe, komme ich vielleicht sogar recht-
zeitig nach Hause und helfe dir aus der Badewanne heraus. Bin ja nicht so.

 

Ich fühl‘ mich so frei.

Ich wollte immer so unglaublich viel
und am meisten wollte ich dich.
Aber weil ich dich so sehr wollte,
verlor’ ich irgendwann mich.
Konnte nicht mehr richtig atmen,
denn du trübtest meine Sicht.
Schließlich verlor ich mich in ewigem Warten
und Endlosschleifengedanken an dich.

Irgendwann beschloss ich,
mich aus meiner Abhängigkeit zu befreien.
Ich konnte dich nie richtig vergessen,
aber lernte, ohne dich zu sein.
Die Suche nach dir gab ich auf,
auch wenn ich wusste, ich wär’ immer Dein,
lehnte mich zurück und zählte Sterne
und fühlte mich plötzlich nicht mehr allein.

Als ich dich losließ, war die Suche eingestellt,
dafür hatte ich mich zurückgewonnen
und eine Erkenntnis, die für immer hält:
Vor lauter Habgier war ich blind
und wollte immer nur dich,
doch je angestrengter ich wollte,
umso mehr bekam ich nichts.

Als ich dann aufhörte, zu wollen,
befreite sich meine Sicht,
auf dich, auf uns und auch auf mich.
Seitdem suche ich nicht mehr
und mein Kopf ist so leicht,
ich schau’ in den Himmel
und fühl’ mich so frei.

 

 

 

 

„Sei dankbar“-Challenge.

Ich habe mich der „Sei dankbar“-Challenge angeschlossen, ins Leben gerufen von Goldenmelancholy. Nach vierzehn Tagen heute also meine Antworten:

Tag 1: Für welches Buch bist du dankbar?
The Great Gatsby von F. Scott Fitzgerald ist für mich ein Buch, das ein unglaublich gutes Porträt der verschwenderischen Manier der Goldenen Zwanziger entwirft. Außerdem zeigt es die materialistisch orientierte Gesellschaft, mit einigen Charakteren, die sich nicht darum scheren, wen sie mit ihrem Verhalten verletzen.
Das zeigt eines meiner Lieblingszitate aus dem Buch:
They were careless people, Tom an Daisy – they smashed up things and creatures and then retreated back into their money or their vast carelessness, or whatever it was that kept them together, and let other people clean up the mess they had made.

Tag 2: Für welche Fähigkeit bist du dankbar?
Für die Tatsache, dass ich mich auch an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen kann.

Tag 3: Für welche Tradition bist du dankbar?
Seit ich denken kann, spiele ich an Weihnachten Singstar mit meiner Cousine. Früher die ganze Nacht durch, heute zumindest noch ein paar Stunden – unsere eigene kleine Tradition.

Tag 4: Für welche Kleinigkeit bist du dankbar?
Wenn Aybike mir selbstgemachte Pancakes vorbeibringt oder Kathi Süßigkeiten für mich nach Hannover bringen lässt. Oder wenn Edina mir ein Lied und ein paar aufmunternde Worte schickt. Kurz: wenn mir Freunde mit kleinen Aufmerksamkeiten zeigen, dass sie an mich denken.

Tag 5: Für welche Person in deinem Leben bist du dankbar?
Hier kann ich mich leider nicht auf eine einzige Person beschränken. Ich bin für meine Eltern dankbar, weil sie immer für mich da sind. Für Aybike, weil ich ohne sie das erste Studienjahr nicht überlebt hätte. Für Edina, weil sie mir Mut macht und an mich glaubt. Und für Kathi, weil sie mir Aufmunterungen nach der Trennung von meinem Freund nach Hause bringt und sich jeden noch so nervigen Scheiß mindestens zehntausend Mal anhört, ohne sich zu beschweren.

Tag 6: Für welchen Song bist du dankbar?
Phantomschmerz von Yvonne Catterfeld.

Tag 7: Für welchen Ort bist du dankbar?
Die Eilenriede in Hannover. Ich habe sie erst so spät wirklich entdeckt, mich dann aber umso schneller in sie verliebt.

Tag 8: Für welches Nahrungsmittel bist du dankbar?
Oreo!

Tag 9: Für welche Farbe bist du dankbar?
Rot.

Tag 10: Für welche Erinnerung bist du dankbar?
Für die Erinnerung an meine Sprachreise nach Brighton.

Tag 11: Für was aus der Natur bist du dankbar?
Bäume.

Tag 12: Für welches Wissen bist du dankbar?
Das Wissen, dass es Menschen gibt, die mich lieben und schätzen.

Tag 13: Für welches deiner Talente bist du dankbar?
Für meine Begabung für Sprachen.

Tag 14: Für welchen Moment aus der letzten Woche bist du dankbar?
Letzte Woche, als Aybike mitten in der Nacht mit mir zu Burger King gefahren ist und wir danach zusammen einen Mindfuck-Film auf der Couch gesehen haben.

Ich häng‘ ein paar Lichter für dich auf.

Wenn es um dich herum immer dunkler wird
und du dich in deinen eigenen Gedanken verirrst,
du deine Hoffnung irgendwie verlegt hast
und dich nicht mehr erinnern kannst,
dass positiv denken eigentlich Spaß macht,
häng’ ich ein paar Lichter für dich auf
und hol‘ dich aus dem Loch heraus,
in dem du zu versinken drohst,
denn das Leben ist nunmal zu kurz,
um immer nur schwarz zu sehen
und den Fehler zu begehen,
die Lichter zu ignorieren
und sich im Dunkeln zu verlieren.

 

Wellen.

Der Schmerz kam immer in Wellen. Als sie die erste Welle überstanden hatte, dachte sie, nun mit ihm abgeschlossen zu haben. Doch als die zweite Welle sie erwischte, ganz unerwartet, eiskalt und mit einem brutalen Ruck, der ihr den Boden unter den Füßen wegriss, wurde ihr klar, dass sie wohl noch eine Weile gegen die Wellen zu kämpfen hatte. Einige Wellen waren milder, schwächer und nur wie eine kleine Erinnerung daran, dass er noch da war, der Schmerz. Andere Wellen hingegen erschütterten sie bis ins tiefste Mark und ließen sie verstört und verloren zurück. Wie lange es auch dauerte, sie schaffte es nach jeder Welle, wieder aufzustehen und ihr Gleichgewicht zurückzugewinnen. Aber egal, wie viel Sicherheitsabstand sie auch hielt, ganz entkommen konnte sie den Wellen nicht.

Die Zeitmaschine kann ich auch morgen bauen.

Lass uns heute mal die meterlange To-Do-Liste vergessen,
Eis essen, Unsinn reden und Spaß haben stattdessen.
Lass uns ignorieren, dass wir Zeit verlieren,
weil wir heute eben mal nicht produktiv sind.

Nicht jedes Wort muss zielführend sein oder innovativ
und nicht jeder Gedankengang effektiv.
Lass uns heute mal genießen, das Hier und Jetzt,
nicht nur an den Fortschritt denkend
und das Nützlichkeitsdenken ausgesetzt.

Höher, schneller, weiter, die Erwartungen sind hoch.
Nur heute eine kleine Pause, dann geht’s los,
denn Zeit verlieren wir nicht, indem wir unproduktiv sind,
sondern indem die To-Do-Liste die Oberhand gewinnt
und wir nicht mehr tun, wozu wir Lust haben.

Die Zeitmaschine kann ich auch morgen bauen.

Sich emotional zu entblößen, ist echt angsteinflößend.

Ich liebe dich, hab‘ ich so oft gedacht und nie gesagt und mich stattdessen viel zu oft gefragt, was passiert und wie du reagierst, wenn ich das jetzt wage und dir einfach in die Augen schaue und sage, da ist noch ein bisschen mehr, ich mag dich nicht nur sehr, ich bin verrückt nach dir und hab’ Angst, dass ich dich verlier’.

Aber ich wollte nicht den Eindruck wecken, dass ich anfange zu kletten, wollte nicht, dass du denkst, mit mir wär’s kompliziert, wollte vermeiden, dass du registrierst, dass ich mir viel zu oft den Kopf über dich zerbreche, dass ich nach deiner Aufmerksamkeit lechze und nicht schlafen kann, weil du dich wieder nicht gemeldet hast, obwohl du bei unserem letzten Treffen beinahe und fast, den Eindruck erweckt hast, ich bin dir besonders wichtig, aber so ganz richtig, konnte ich das nie einschätzen, nicht so wirklich die Aussage deuten zwischen deinen Sätzen und verstehen, was du vielleicht meinst, aber nicht laut sagst.

Und eigentlich kenne ich dich so gut, aber ich hatte nie den Mut, die Situation aufzuklären, trotzdem denk’ ich daran, wie schön wir beide gewesen wären, so als Paar und nicht nur als Affäre und wie traumhaft schön das Leben mit dir gewesen wäre.

Vielleicht hast du genauso über mich gedacht wie ich über dich, aber nie etwas gesagt und ich hab dich dummerweise auch nie danach gefragt, vielleicht mochtest du mich auch und hast dich so wie ich einfach nicht getraut, den Mund aufzumachen und etwas zu sagen, mich anzuschauen und mich zu fragen, was ich von dir halte und wohin das führen soll, vielleicht dachtest du auch, du und ich, das wär’ schon toll.

Vielleicht hat es nicht geklappt, weil wir Angst hatten, unsere Gefühle offen zu präsentieren, weil wir Angst hatten, zu verlieren und befürchtet haben, das Falsche zu sagen, denn einmal gesagt können wir die Worte nicht mehr zurück nehmen und noch einmal einen Schritt zurück gehen und wenn wir springen, können wir nur landen oder hinfallen, uns abfangen oder volle Kanne aufs Gesicht knallen.

Vielleicht war ich dir auch einfach egal und du hast nie so viel an mich gedacht, wie ich es mir gewünscht hab’, vielleicht war’s von deiner Seite auch nur ein Spiel und ganz und gar nicht so viel, wie ich da manchmal reininterpretier’, wenn ich die Kontrolle über meine Gedanken verlier’.

Ich hab’ nur leider nie erfahren, was du wirklich gedacht und wie du’s so über den Tag geschafft hast, als dann Funkstille war, weil ich’s nicht mehr ausgehalten habe, dass ich mich ständig frage, ob du dich nochmal meldest oder nicht, ob ich dich nochmal sehe oder du mich vergisst und ob du mich mehr magst als nur ein wenig und im Nachhinein muss ich sagen ich versteh‘ nicht, warum es so schwer war, die Filterfunktion zwischen Kopf und Mund zu deaktivieren, denn eigentlich hatte ich nichts zu verlieren.

Nichts zu sagen hat nicht viel gebracht, dabei hab‘ ich immer gedacht, wenn ich dich nicht zu sehr nerve und die Coole spiele, dass ich dich dann bestimmt nicht verliere und du es zu schätzen weißt, dass ich für dich in den sauren Apfel beiß’. Aber du wusstest ja nie, dass es überhaupt einen sauren Apfel gab, denn ich hab‘ nie etwas getan, das dir gezeigt haben könnte, wie viel du mir bedeutest, die Gedanken waren nur in meinem Kopf so laut, aber sie laut auszusprechen habe ich mich nie getraut.

Lieber gehe ich davon aus, dass das mit dir und mir sowieso nicht klappt, weil ich es nicht schaff’, meine Vermutungen auf ihren Wahrheitsgehalt zu kontrollieren und es bevorzuge, vor mich hinzustieren und mich mit etwas abzufinden, von dem ich mir nicht mal sicher sein kann, ob es wirklich stimmt, denn die Grundlage dieses Halbwissens ist nur darauf getrimmt, möglichst nicht zu viel zu zeigen und zu geben, um zu vermeiden, am Ende dumm da zu stehen.

Mein Schatten war zum Rüberspringen wahrscheinlich einfach zu groß und mein eigener Stolz zu präsent und ich dachte mir, eh ich mich hier in irgendetwas Merkwürdigem verrenn’, kann ich’s auch dabei belassen, wie es ist, weil du offensichtlich nicht wie ich so emotional abhängig bist. Aber statt zu viele Gedanken daran zu verschwenden, was du denkst und alles zu zerdenken, wär’s besser gewesen, die Maske abzulegen und einfach mit dir darüber zu reden. Vielleicht war ich mir auch einfach nicht sicher, ob du es wert bist, den Sprung zu wagen, aber so viel wie ich darüber nachgedacht habe, ist das eigentlich keine Frage.

Ich denke immer so viel und sagen tue ich dann so wenig oder nichts, ich glaub’, ich hab’ einfach zu viel Schiss, wie es ankommt, wenn ich sage, was ich wirklich fühle und dann denk’ ich, dass ich vielleicht lieber lüge, auch wenn ich mich dann selbst betrüge, nur um meinem Gegenüber und besonders dir besser zu gefallen und cool zu scheinen, mich nicht schwach zu zeigen und Gefahr zu laufen, auf einen harten Boden zu knallen.

Niemand will sich verletzlich und angreifbar zeigen, deshalb kennen wir von uns gegenseitig auch nur die Seiten, die stark sind und selbstbewusst, die Seiten, die man mögen muss, aber sich auch mal echt zu geben und sich emotional zu entblößen, kann, auch wenn erst echt angsteinflößend, eine Bereicherung sein.

 

 

Wir sind am Leben.

Lass mal verrückt sein
und ne neue Relativitätstheorie erfinden,
lass alles auf Zettel schreiben,
die wir dann nie wieder finden,
lass verrückte Pläne machen,
die wir niemals umsetzen
und ne Revolution planen,
bei der wir uns selbst verpetzen.
Lass inspirierende Gespräche kreieren
und uns in gedachten Träumen verlieren,
in die Welt hinaus schreien, was wir denken
und unsere Gedanken einfach mal umlenken.

Am Küchentisch sitzend
planen wir die Weltherrschaft.

Lass mal heute emotionsgeladen sein
und den ganzen Tag nur Unsinn reden.
Heute kriegt uns keiner klein,
denn wir sind am Leben.

Grau in grau.

Diese Wörter ergeben keinen Sinn, weder einzeln noch aneinandergereiht kann ich ihnen etwas abgewinnen, wem willst du hier was vormachen und wozu soll der ganze Aufwand gut sein, soll ich das jetzt lustig finden und drüber lachen oder bist du einfach nur gemein?

Ich hab dir ein Attribut angedichtet, das hat wohl noch nie so wirklich gut zu dir gepasst, aber ich bin trotzdem enttäuscht, dass du’s bis heute nicht schaffst, einfach mal ehrlich zu mir zu sein, aber das Attribut war ja anscheinend nie deins. Sag mir endlich, was du wirklich denkst, glaubst du, du bekommst mich klein, indem du vom Thema ablenkst oder mir erzählst, du bist zu müde, um zu reden, zu müde, um zuzugeben, dass du nicht der bist, der du vorgibst zu sein und dass dir dein selbst gebauter Heiligenschein
einfach nicht steht?

Du könntest dir wenigstens ein bisschen mehr Mühe geben und nicht immer nur wild durcheinander reden, wenn du neue Lügen erfindest, die ich dir schon ewig nicht mehr abnehm’, am besten wär’s, du würdest einfach gehen, zu der Person, die du spät nachts immer besuchst, auch wenn du dann so tust, als hätte dich was anderes aufgehalten und am Anfang, da hab ich dir das sogar geglaubt, aber irgendwann hab ich geschalten und gemerkt, dass du mir schon lang’ nicht mehr in die Augen schaust. Es wär besser, du bleibst bei ihr und kommst nicht mehr zurück, aber der Gedanke daran macht mich verrückt und schließlich, habe ich eine Erklärung verdient.

Du sagst, ich bin die, die dich glücklich macht, nur um dem drängenden Gespräch zu entgehen und ich kann an deinen Augen sehen, dass du genau weißt, dass das schon lange überfällig ist, du dem aber ausweichst, weil du ein verdammter Feigling bist.

Du malst in den buntesten Farben unsere Zukunft aus, keine Ahnung, ob du dir das alles auch selbst glaubst, ich jedenfalls seh’ für uns nur tiefschwarz, weil du ja nicht mal zugeben kannst, dass du bei einer Anderen warst. Wir beide sind nur noch grau in grau und ich werde einfach nicht daraus schlau, was du damit bezweckst, die Sache totzuschweigen und mir weiter irgendwas vorzugeigen. Die Rosen von dir sind schon lange verwelkt und auch wenn du darauf bestehst, dass sie vor langer Zeit mal leuchtend rot waren, kann ich dazu nur sagen, dass das wie ein Märchen klingt und es uns beiden auch nichts bringt, daran festzuhalten, was früher irgendwann mal war, denn grau in grau, so stehen wir heute da.

Lass ausbrechen.

Du verstehst nicht, was ich sage und ich sag‘ nicht, was du hören willst. Trotzdem halten wir daran fest, dass wir glücklich sind, aber eigentlich sind wir schon lange nicht mehr die Gleichen, deshalb wird es auf Dauer auch nicht reichen, dass es einst Vertrautheit zwischen uns gab, als ich jemand Anderer war.

Denn du fragst dich jeden Tag beim Aufwachen, wer da eigentlich neben dir liegt und wann Glück über Gewohnheit siegt, was es noch bringt, hier zu bleiben und die Leere mit sinnlosen Worten zu füllen, ohne Inhalt und ohne Hülle.

Wir leben nur noch nebeneinander her, aneinander vorbei, aber eigentlich liebten wir uns doch so sehr, verliebt, verlobt, verheiratet, geschieden…? Dieses Ende wär‘ uns nie in den Sinn gekommen. Was ist passiert und wie konnt‘ ich das verpassen? Was soll ich jetzt tun, soll ich dich hassen, soll ich lachen oder weinen, still sein oder schreien, glücklich sein oder in Kummer treiben, dich in Ruhe lassen oder dir weiter schreiben?

Bitte sag mir, wie’s dann weiter geht, ich fühl mich, als ob die Erde ohne dich still steht und ich weiß einfach nicht, was jetzt passiert, ich weiß nicht, wie’s ist, wenn man dich verliert und eigentlich will ich’s doch auch gar nicht wissen, verdammt, warum ist alles so beschissen?

Du bist besser dran ohne mich und ich ohne dich, aber die Gewohnheit, dass du da bist, wenn ich weine und mich ganz fest hältst, wenn ich schreie, gibt mir das Gefühl, allein zu sein, wenn du gehst und nicht mehr hinter mir stehst, nicht mehr meine starke Schulter zum Anlehnen bist und die tolle Zeit, die wir hatten, einfach vergisst.

Ich will keinen blassen Schatten deiner Erinnerung verkörpern, verknüpft mit lauter wirren Wörtern, die du nie verstanden hast und nicht verstehst. Vielleicht könntest du es uns einfacher machen und einfach gehen, denn mir fehlt dazu der Mut und auch die Kraft, vielleicht kannst du das tun, was ich nicht schaff‘.

Es macht mir Angst, dass das jetzt alles im Perfekt stehen soll, mein Futur I und II war mit dir geplant und jetzt soll ich an Präteritum denken, mein Leben in eine andere Richtung lenken und einfach weiter machen, als ob’s das alles gar nicht gab, als ob die Pläne nur kindische Träume waren.

Und ich weiß, dir geht’s genauso, du hast Angst, dass du das alles nicht alleine schaffst, aber du und ich, wir sind zwei tolle Menschen und das nicht nur zu zweit, nur das mit dem Zusammensein, vielleicht sollte das einfach nicht sein, lass uns doch endlich befreien.

Lass ausbrechen aus dem selbst gebauten Gefängnis, du weißt genau wie ich es wird uns zum Verhängnis. Lass uns doch endlich wieder glücklich sein und nicht immer nur so tun, zum Schein, sondern die Schmetterlinge endlich wieder wahrhaftig spüren, so viele Emotionen will ich fühlen, aber mit dir klappt das einfach nicht, auch wenn es mir das Herz bricht, weil du mir so wichtig bist.

Veränderung ist nicht immer schlecht und du weißt, in dem Punkt hab ich Recht, denn du willst eigentlich auch nur wieder frei sein und dein Leben nicht mehr mit mir teilen, aber du tust es, weil wir uns so daran gewöhnt haben. Lass mal endlich den entscheidenden Schritt wagen.