Vorbei.

Oh und wenn du endlich
begreifen, bemerken, ja
vielleicht sogar verstehen würdest,
was du eigentlich für mich bist –
kämen wir vielleicht ein Stück
weiter und würden nicht immer
nur aneinander vorbeireden,
aneinander vorbeileben,
uns regelmäßig verpassen und
Zeit verstreichen lassen bis
es irgendwann doch zu spät ist.

IMG_9249

Advertisements

Das wäre so endgültig.

Ich kann die verdammte Tür nicht zu machen.

Ich stemme mein Körpergewicht gegen
dieses schwere Ding aus Stahl,
aber meine Arme versagen,
denn du bist in der Überzahl.

Ich versuche dich zu schubsen,
damit du den Fuß aus der Tür nimmst,
aber du brauchst mich nur anzustupsen
und ich falle um.

Ich schreie laut,
ich kreische nahezu.

Mein Körper hört nicht auf den Kopf,
er macht nicht, was ich will.
Er registriert nur das Herzklopfen
und steht tatenlos still.

Ich weiß es ist besser so,
die Tür zu schließen,
ganz allein, aus eigener Kraft.
Aber ich weiß nicht,
ob ich dich dahinter
zurücklassen kann.

Das wäre so endgültig.

img_9149

Kalt erwischt.

Und gerade als sich der Sturm gelegt hat
und ich wieder durchatmen kann,
tauchst du auf –
ohne Vorwarnung, ohne Ankündigung.

Verbannt hatte ich dich
aus meinen Gedanken,
aber nur ein Lebenszeichen von dir
bringt mich erneut ins Schwanken.

Mein Gleichgewicht ist verloren,
meine Gedanken kreisen um dich –
deine Stimme wieder in meinen Ohren
und wieder überall dein Gesicht.

Als hätt‘ ich’s nie geschafft,
dich nie in die kleine Schublade gepackt,
aus der du dich befreit hast.

Kalt erwischt,
mitten ins Gesicht.
Und wieder bleibt –
die Zuversicht.

Erinnerungen.

Sie tun weh.
Sie halten dich auf,
halten dich fest,
lenken dich ab.

Sie kreieren einen Film, den nur du
in deinem Kopf sehen kannst,
in Dauerschleife projiziert
auf deine innere Leinwand.

Sie bringen dich zum Lachen.
Und zum Weinen.
Zum deprimiert
und optimistisch sein.

Manchmal willst du sie in Wein ertränken,
manchmal wünschst du dir,
sie werden wieder wahr –
doch egal, was du tust,
sie bleiben immerdar.

Aber die kleinen Fetzen von ihnen,
die Standbilder aus deinem Film,
die, die dich zum Lachen bringen –
das sind die, die wirklich zählen.

IMG_3156

Denk‘ doch einmal nur an dich.

Denk‘ doch einmal nur an dich,
an dich und deine Sicht
auf dich und all‘ die Anderen,
von denen du manchmal vergisst,
dass du ihnen nicht verpflichtet bist,
weil das hier dein und nicht deren Leben ist.

Denk‘ doch einmal nur an dein Leben
und lass‘ dir nicht von irgendwem reinreden,
dass das so nicht richtig wär‘.

Denk‘ doch einmal nur an dich,
ohne Rücksicht und Verzicht,,
auch wenn das vielleicht egoistisch klingt.
Damit will ich sagen, dass es dir nichts bringt,
ein Leben zu führen, das wem anders gefällt –
weil dich das dauerhaft nicht zufrieden stellt.

IMG_4835

Sorglos.

Textfund aus dem Winter 2015

Sorglos tanz‘ ich durch die Nacht,
hab‘ meine Schuhe in der Hand,
merk‘ den kalten Boden
unter meinen Füßen.

Mein Atem wird zu Rauch
in dieser kalten Winternacht,
alles schläft,
noch keiner wach.

Stille umgibt mich, doch glücklicher
könnt‘ ich im Moment nicht sein,
hak‘ mich bei dir ein
und lauf‘ der Sonne entgegen.

Frei will ich sein
und das kann ich jetzt
in dieser Winternacht.
Atme ein,
atme aus
bis die Stadt erwacht.

IMG_2224

Die Zeit.

Du hast das Gefühl,
sie sprintet an dir vorbei,
überholt dich in
Lichtgeschwindigkeit.
Sie macht keine Pause,
sondern rennt
gnadenlos weiter.
Einholen kannst du sie
nicht, denn sie bleibt
niemals stehen und
kommt nicht zurück.

Aber nutzen kannst du sie,
ganz so, wie du es
für richtig hältst,
denn eigentlich –
gehört sie dir.

IMG_5403
Indonesien I Bali I Rumah Desa.