Gedankenpause.

Kopfschmerzen von zu viel befürchten,
vermuten, abwägen und zu viel denken.
Manchmal tut es gut, sich abzulenken
und die eigene Aufmerksamkeit
anderen Dingen zuzuwenden.

Also ziehen wir los, durch die Nacht
und folgen der dröhnenden Musik,
die uns heute magisch anzieht.

Wir wippen und tippeln
mit hippesten Schritten
zu den verstrahltesten Rhythmen,
Discokugel- und Knicklichtlichter
wirbeln im Bewusstseinstrichter,
wir shufflen und steppen
zu lautesten Bässen
so lang‘ bis wir vergessen,
warum wir uns vorher
den Kopf zerbrochen haben.

Alles, was du tun musst,
ist ein bisschen tanzen,
du brauchst keine Drogen,
um die vielen und ganzen
verpassten Chancen
und viel zu oft gedachten Gedanken
heute mal zu ignorieren
und die Serotoninausschüttung
ein bisschen hoch zu regulieren.

Kopf offline,
nur heute Nacht,
morgen wieder online
und sobald der Tag erwacht
Vernunft zurück an die Macht.

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Model: die liebe Aybike 🙂

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Vom Alleinsein.

Ich wohne allein, ich gehe allein joggen und ich sitze allein auf meiner Couch. Wenn ich so darüber nachdenke, bin ich oft allein. Aber Alleinsein allein muss nichts Schlechtes sein. Wenn wir allein sind, machen wir eher die Dinge, zu denen wir Lust haben, fühlen uns nicht durch einen Gruppenzwang zu irgendetwas gedrängt, hören die Musik, die uns am besten gefällt und sind am wahrscheinlichsten einfach wir selbst. Deshalb bin ich gern allein.

Natürlich ist der Mensch nicht dazu gemacht, ausschließlich allein zu sein. Und immer nur die eigenen Gedanken zur Unterhaltung zu haben, ist auf Dauer einfach nur öde. Wir würden uns abkapseln und nur noch in unserer eigenen Blase existieren, deshalb ist es ebenso wichtig, Zeit mit Menschen zu verbringen, die wir lieben und schätzen. Und es ist essenziell, auch immer wieder auf neue Menschen zu treffen, die unseren Horizont erweitern und mit denen wir uns austauschen können. Nur Alleinsein funktioniert auf Dauer einfach nicht.

Ein Gefühl, das das Alleinsein begleiten kann, aber nicht muss, ist die Einsamkeit. Wenn ich allein in meiner Wohnung sitze, kann ich glücklich, ausgeglichen, gut gelaunt und zufrieden sein, ich kann aber genauso gut Trübsal blasen und mich alleingelassen fühlen. Und deshalb erinnere ich mich regelmäßig daran, dass Alleinsein und Einsamkeit in erster Linie nichts miteinander zu tun haben.

Einsamkeit ist ein Gefühl, das mich nicht nur überfällt, wenn ich allein bin. Ich kann mich umgeben von mehreren Hundert Menschen viel einsamer fühlen, als jeden Abend bei meinem Dinner for One. Auf einer Party, auf der ich niemanden kenne, kann ich so gut einsam sein, viel besser als versunken in ein Buch an einem verregneten Nachmittag, den ich allein verbringe.

Und genau deswegen ist es schlichtweg falsch, Alleinsein mit Einsamkeit gleichzusetzen. Nur weil mich manchmal die Einsamkeit überfällt, wenn ich allein Zeit verbringe, heißt das nicht, dass ich automatisch immer einsam bin, wenn ich allein bin. Oft haben wir so viel Angst vor dem Alleinsein, weil wir denken, dass das die Situation ist, in der uns die Einsamkeit am wahrscheinlichsten überkommt.

Aber Einsamkeit ist genau wie Vorfreude oder Enttäuschung eine Emotion, die wir nicht loswerden können und deren Auftauchen sich unserer Kontrolle entzieht. Wir können uns meistens nicht aussuchen, wie wir uns gerade fühlen und ob wir gerade einsam sind oder nicht, weil Einsamkeit, wie jedes andere Gefühl, einfach manchmal dazu gehört.

In einem Restaurant schräg angeschaut zu werden, weil ich allein esse oder bemitleidende Blicke zu ernten, weil ich allein im Kino sitze, ist ein Ausdruck dessen, dass die mich umgebenden Menschen automatisch davon ausgehen, ich sei einsam, nur weil ich Dinge, die man in konventioneller Weise eher zu zweit oder in einer Gruppe tut, eben mal allein tue.

Allein in den Urlaub zu fahren, ist für mich ein Ausdruck von Selbstbewusstsein und Mut, nicht von Verzweiflung, Einsamkeit oder sozialer Isolation. Neue Menschen auf Reisen kennenlernen ist so viel einfacher, wenn man allein unterwegs ist. Den ganzen Urlaub so planen, wie nur man selbst es will, kann so angenehm sein. Und es ist ja nicht so, dass wir niemanden hätten, mit dem wir essen, ins Kino gehen oder in den Urlaub fahren könnten. Aber ich, für meinen Teil, mache diese Dinge manchmal einfach lieber allein.

Die Angst vor der Einsamkeit sollte uns nicht dazu bringen, weniger Dinge allein zu unternehmen und uns zwanghafter Weise nonstop mit Menschen zu umgeben, ohne uns mal eine Pause zu gönnen, in der wir zu uns selbst zurück finden. Alleinsein kann Selbstverwirklichung bedeuten. Und wen erfüllt es nicht mit Stolz, von sich selbst behaupten zu können, etwas ganz und völlig allein geschafft zu haben?

Schließlich bringt es einfach nichts, zu versuchen, weniger einsam zu sein, indem wir das Alleinsein meiden, denn Alleinsein ist ein Zustand und Einsamkeit nur ein Gefühl.

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Deutschland I Hannover I Eilenriede I Joggen I Wald.

Wir sind am Leben.

Lass mal verrückt sein
und ne neue Relativitätstheorie erfinden,
lass alles auf Zettel schreiben,
die wir dann nie wieder finden,
lass verrückte Pläne machen,
die wir niemals umsetzen
und ne Revolution planen,
bei der wir uns selbst verpetzen.
Lass inspirierende Gespräche kreieren
und uns in gedachten Träumen verlieren,
in die Welt hinaus schreien, was wir denken
und unsere Gedanken einfach mal umlenken.

Am Küchentisch sitzend
planen wir die Weltherrschaft.

Lass mal heute emotionsgeladen sein
und den ganzen Tag nur Unsinn reden.
Heute kriegt uns keiner klein,
denn wir sind am Leben.

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Das Rezept zum Glücklich sein

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Die Sonne brennt auf meiner Haut,
ich halte es kaum aus.
Hitze staut sich zwischen Häusern,
suche verzweifelt einen Weg heraus.

Und als ich endlich das Wasser sehe,
lass‘ ich alles fallen und renn‘ drauf zu.
Doch dann bleib‘ ich stehen,
teste erstmal mit dem kleinen Zeh
und stolp’re in den Gardasee.

Ich tauche unter, hör‘ nichts mehr,
tauche auf, seh‘ glücklich aus.
Fühl mich so befreit, so leicht,
so unbeschwert und sorgenfrei.
Emotionen machen reich,
das Rezept zum Glücklich sein.

Fernweh.

Die Sonne streichelt mein Gesicht als ich die Carnaby Street herunterlaufe, vorbei am Shakespeares Head auf dem Weg zum Oxford Circus. Nicht mal das Wetter lässt mich im Stich. Gleicher Tag, gleicher Monat, anderes Jahr. Ich bin in Brighton auf der Queens Road, schlendere nach dem Unterricht in der Sprachschule ein bisschen durch die Gegend. Anderer Tag, anderer Monat, gleiches Jahr. Auf dem Burj Khalifa versetzt mich das Lichtermeer Dubais in Staunen. Vorletztes Jahr, auf unserer Terasse in Palma grinst mich meine beste Freundin an. Letztes Jahr, ich finde mich auf der Calle de Carmen in Madrid wieder.

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2014 I England I London I Starbucks I Strawberries & Cream Frappuccino.
Alles ist neu, alles ist anders. Orientierungslos den ganzen Tag zu Fuß unterwegs. Auf der Suche wonach? Keine Ahnung. Ich möchte die ganzen Eindrücke aufsaugen, riechen, schmecken, fühlen, sehen, hören. Mache die Augen ein bisschen weiter auf, um nichts zu verpassen. Neue Orte entdecken, eintauchen, abtauchen.

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2015 I Spanien I MallorcaI Palma I Auf dem Castell de Bellver.
Wenn das Wetter wieder trübe ist und der Tag sich wie Kaugummi zieht oder ich Gefahr laufe, unter einem Haufen von Medizinbüchern zu ersticken, träume ich mich weit weg. Betrachte die Weltkarte über meinem Schreibtisch und male mir aus, wo ich gerade gerne wäre. Krame alte Fotos raus und schwelge in Erinnerung.

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2015 I Vereinigte Arabische Emirate I Dubai I Burj Khalifa I Aussicht.
Fast spüre ich noch den Sand aus der Wüste Dubais zwischen meinen Zehen und die brennende Hitze auf der Haut. Beinahe überkommt mich noch einmal der kleine Schreck, als sich das Kamel einfach nach vorne fallen lässt.

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2015 I Vereinigte Arabische Emirate I Dubai I Wüste I Kamel.
Noch einmal rutsche ich auf den Steinen am Brighton Pier aus und spüre die leichte Brise, die sich manchmal auch in einen stürmischen, kalten Wind verwandeln kann.

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2013 I England I Brighton I Pier I Küste I Noch blond.
Wieder schmunzle ich, weil ich kein Wort von dem verstehe, was die entzückende Spanierin auf der Calle de Carmen versucht, mir zu sagen.

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2016 I Spanien I Madrid I Sol.
Andere Kulturen kennenlernen, neue Mentalitäten erleben und fremde Sprachen sprechen. Vielleicht ist es das, was uns am Reisen so fasziniert. Oder einfach nur das Gefühl der unendlichen Möglichkeiten, die sich uns bieten. Es zieht uns in die Ferne, in die Fremde, in das Weite. Wir sind neugierig, wollen begeistert und in Erstaunen versetzt werden. Fernweh.

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2013 I England I Brighton I Auf der Suche.
Wohin zieht es euch, wo landet das nächste Flugzeug, in das ihr steigt, was ist das Ziel eures nächsten Urlaubs?