Gedankenpause.

Kopfschmerzen von zu viel befürchten,
vermuten, abwägen und zu viel denken.
Manchmal tut es gut, sich abzulenken
und die eigene Aufmerksamkeit
anderen Dingen zuzuwenden.

Also ziehen wir los, durch die Nacht
und folgen der dröhnenden Musik,
die uns heute magisch anzieht.

Wir wippen und tippeln
mit hippesten Schritten
zu den verstrahltesten Rhythmen,
Discokugel- und Knicklichtlichter
wirbeln im Bewusstseinstrichter,
wir shufflen und steppen
zu lautesten Bässen
so lang‘ bis wir vergessen,
warum wir uns vorher
den Kopf zerbrochen haben.

Alles, was du tun musst,
ist ein bisschen tanzen,
du brauchst keine Drogen,
um die vielen und ganzen
verpassten Chancen
und viel zu oft gedachten Gedanken
heute mal zu ignorieren
und die Serotoninausschüttung
ein bisschen hoch zu regulieren.

Kopf offline,
nur heute Nacht,
morgen wieder online
und sobald der Tag erwacht
Vernunft zurück an die Macht.

 

Wir sind am Leben.

Lass mal verrückt sein
und ne neue Relativitätstheorie erfinden,
lass alles auf Zettel schreiben,
die wir dann nie wieder finden,
lass verrückte Pläne machen,
die wir niemals umsetzen
und ne Revolution planen,
bei der wir uns selbst verpetzen.
Lass inspirierende Gespräche kreieren
und uns in gedachten Träumen verlieren,
in die Welt hinaus schreien, was wir denken
und unsere Gedanken einfach mal umlenken.

Am Küchentisch sitzend
planen wir die Weltherrschaft.

Lass mal heute emotionsgeladen sein
und den ganzen Tag nur Unsinn reden.
Heute kriegt uns keiner klein,
denn wir sind am Leben.

Das Rezept zum Glücklich sein

Die Sonne brennt auf meiner Haut,
ich halte es kaum aus.
Hitze staut sich zwischen Häusern,
suche verzweifelt einen Weg heraus.

Und als ich endlich das Wasser sehe,
lass‘ ich alles fallen und renn‘ drauf zu.
Doch dann bleib‘ ich stehen,
teste erstmal mit dem kleinen Zeh
und stolp’re in den Gardasee.

Ich tauche unter, hör‘ nichts mehr,
tauche auf, seh‘ glücklich aus.
Fühl mich so befreit, so leicht,
so unbeschwert und sorgenfrei.
Emotionen machen reich,
das Rezept zum Glücklich sein.

Fernweh.

Die Sonne streichelt mein Gesicht als ich die Carnaby Street herunterlaufe, vorbei am Shakespeares Head auf dem Weg zum Oxford Circus. Nicht mal das Wetter lässt mich im Stich. Gleicher Tag, gleicher Monat, anderes Jahr. Ich bin in Brighton auf der Queens Road, schlendere nach dem Unterricht in der Sprachschule ein bisschen durch die Gegend. Anderer Tag, anderer Monat, gleiches Jahr. Auf dem Burj Khalifa versetzt mich das Lichtermeer Dubais in Staunen. Vorletztes Jahr, auf unserer Terasse in Palma grinst mich meine beste Freundin an. Letztes Jahr, ich finde mich auf der Calle de Carmen in Madrid wieder.

Alles ist neu, alles ist anders. Orientierungslos den ganzen Tag zu Fuß unterwegs. Auf der Suche wonach? Keine Ahnung. Ich möchte die ganzen Eindrücke aufsaugen, riechen, schmecken, fühlen, sehen, hören. Mache die Augen ein bisschen weiter auf, um nichts zu verpassen. Neue Orte entdecken, eintauchen, abtauchen.

Wenn das Wetter wieder trübe ist und der Tag sich wie Kaugummi zieht oder ich Gefahr laufe, unter einem Haufen von Medizinbüchern zu ersticken, träume ich mich weit weg. Betrachte die Weltkarte über meinem Schreibtisch und male mir aus, wo ich gerade gerne wäre. Krame alte Fotos raus und schwelge in Erinnerung.

Fast spüre ich noch den Sand aus der Wüste Dubais zwischen meinen Zehen und die brennende Hitze auf der Haut. Beinahe überkommt mich noch einmal der kleine Schreck, als sich das Kamel einfach nach vorne fallen lässt.

Noch einmal rutsche ich auf den Steinen am Brighton Pier aus und spüre die leichte Brise, die sich manchmal auch in einen stürmischen, kalten Wind verwandeln kann.

Wieder schmunzle ich, weil ich kein Wort von dem verstehe, was die entzückende Spanierin auf der Calle de Carmen versucht, mir zu sagen.

Andere Kulturen kennenlernen, neue Mentalitäten erleben und fremde Sprachen sprechen. Vielleicht ist es das, was uns am Reisen so fasziniert. Oder einfach nur das Gefühl der unendlichen Möglichkeiten, die sich uns bieten. Es zieht uns in die Ferne, in die Fremde, in das Weite. Wir sind neugierig, wollen begeistert und in Erstaunen versetzt werden. Fernweh.

Wohin zieht es euch, wo landet das nächste Flugzeug, in das ihr steigt, was ist das Ziel eures nächsten Urlaubs?