Lass ausbrechen.

Du verstehst nicht, was ich sage und ich sag‘ nicht, was du hören willst. Trotzdem halten wir daran fest, dass wir glücklich sind, aber eigentlich sind wir schon lange nicht mehr die Gleichen, deshalb wird es auf Dauer auch nicht reichen, dass es einst Vertrautheit zwischen uns gab, als ich jemand Anderer war.

Denn du fragst dich jeden Tag beim Aufwachen, wer da eigentlich neben dir liegt und wann Glück über Gewohnheit siegt, was es noch bringt, hier zu bleiben und die Leere mit sinnlosen Worten zu füllen, ohne Inhalt und ohne Hülle.

Wir leben nur noch nebeneinander her, aneinander vorbei, aber eigentlich liebten wir uns doch so sehr, verliebt, verlobt, verheiratet, geschieden…? Dieses Ende wär‘ uns nie in den Sinn gekommen. Was ist passiert und wie konnt‘ ich das verpassen? Was soll ich jetzt tun, soll ich dich hassen, soll ich lachen oder weinen, still sein oder schreien, glücklich sein oder in Kummer treiben, dich in Ruhe lassen oder dir weiter schreiben?

Bitte sag mir, wie’s dann weiter geht, ich fühl mich, als ob die Erde ohne dich still steht und ich weiß einfach nicht, was jetzt passiert, ich weiß nicht, wie’s ist, wenn man dich verliert und eigentlich will ich’s doch auch gar nicht wissen, verdammt, warum ist alles so beschissen?

Du bist besser dran ohne mich und ich ohne dich, aber die Gewohnheit, dass du da bist, wenn ich weine und mich ganz fest hältst, wenn ich schreie, gibt mir das Gefühl, allein zu sein, wenn du gehst und nicht mehr hinter mir stehst, nicht mehr meine starke Schulter zum Anlehnen bist und die tolle Zeit, die wir hatten, einfach vergisst.

Ich will keinen blassen Schatten deiner Erinnerung verkörpern, verknüpft mit lauter wirren Wörtern, die du nie verstanden hast und nicht verstehst. Vielleicht könntest du es uns einfacher machen und einfach gehen, denn mir fehlt dazu der Mut und auch die Kraft, vielleicht kannst du das tun, was ich nicht schaff‘.

Es macht mir Angst, dass das jetzt alles im Perfekt stehen soll, mein Futur I und II war mit dir geplant und jetzt soll ich an Präteritum denken, mein Leben in eine andere Richtung lenken und einfach weiter machen, als ob’s das alles gar nicht gab, als ob die Pläne nur kindische Träume waren.

Und ich weiß, dir geht’s genauso, du hast Angst, dass du das alles nicht alleine schaffst, aber du und ich, wir sind zwei tolle Menschen und das nicht nur zu zweit, nur das mit dem Zusammensein, vielleicht sollte das einfach nicht sein, lass uns doch endlich befreien.

Lass ausbrechen aus dem selbst gebauten Gefängnis, du weißt genau wie ich es wird uns zum Verhängnis. Lass uns doch endlich wieder glücklich sein und nicht immer nur so tun, zum Schein, sondern die Schmetterlinge endlich wieder wahrhaftig spüren, so viele Emotionen will ich fühlen, aber mit dir klappt das einfach nicht, auch wenn es mir das Herz bricht, weil du mir so wichtig bist.

Veränderung ist nicht immer schlecht und du weißt, in dem Punkt hab ich Recht, denn du willst eigentlich auch nur wieder frei sein und dein Leben nicht mehr mit mir teilen, aber du tust es, weil wir uns so daran gewöhnt haben. Lass mal endlich den entscheidenden Schritt wagen.

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